Sep 18 2017

Kappuzzle® 489

Auch dieses Foto, das mir Hans-Werner Panthel geschickt hat, stammt von der Schlei, ist aber schon ein paar Jahrzehnte älter.

Kappuzzle® 489

4 Puzzleteile
Am Mittwoch geht’s weiter.

Kappuzzle® 489

Sep 17 2017

Sängerkrieg 1967

Vor 50 Jahren

1967 – Sängerkrieg

von Eckehard Tebbe

Irgendwann Ende 1967 wird im Deutschen Haus in Kappeln (Schmiedestraße 36) ein provinzieller ‚Sängerkrieg’ ausgelobt. Mit dem mittelalterlichen Vorbild von der Wartburg hat er natürlich überhaupt nichts zu tun, denn Minnedichter sind hier wahrlich nicht am Werk. Es geht schlicht darum, ein Live-Casting von Sangeskünstlern aus dem Raum Nordangeln/Nordschwansen durchzuführen, also ungefähr sowas wie KSDS, ‚Kappeln sucht den Superstar’. Es sind auch Superpreise ausgesetzt, 100 Mark für den Champion, 50 für die Silbermedaille, 20 für Bronze, 10 für Holz und 5 für Blech. Darunter möglicherweise noch ein Bier oder einen Lolli für die Loser. Keine Ahnung. Ermittelt werden soll die Rangfolge von keiner heute üblichen dumpfen Dieter-Jury, sondern vom gesamten Publikum. Das scheint mir damals mehr als fair. Jedenfalls beweise ich Mut und stelle mich der Herausforderung.

Zuhause blättere ich eifrig in meinem TK 19-Repertoire und fahnde nach für mich erfolgreich Singbarem. Es sind ca. 50 Titel, die ich mir zutrauen würde, poppige, soulige, balladeske, rockige, Surf und Beat, Hot & Sweet. Ich kann mich allerdings nicht recht entscheiden. Die Beatles oder Stones nachäffen? Nein, das wäre absolut verwegen. Das wird die Band im Rückraum auch kaum annehmbar schaffen. Mit sowas kannst du nur baden gehen. Es sollte vielleicht auch aktuell sein, also nicht aus dem angestaubten Back-Katalog der Musikhistorie. Damit fallen ‚Needles and pins’, ‚Tired of waiting for you’ und ‚Sheila’ schon mal raus. Schade, die hätte ich phänomenal drauf und würde sie sogar Dieter Bohlen, der brachialen Knalltüte, vortragen. Er würde vor Neid erblassen und mich umgehend für ein Modern Talking Revival oder als Blue System-Frontman ans Mikro bitten. Was natürlich unter meinem Niveau wäre und ich nicht mal für das Salär eines Bill Gates akzeptieren könnte. Ich schwöre …

Die Auswahl schrumpft und schrumpft. ‚Then I kissed her’ disqualifiziere ich, weil ich das textlich nicht mit aktuellem Herzblut anbieten kann, bei ‚Death of a clown’ treffe ich die Eunuchentöne leider doch nicht punktgenau, und während ‚The letter’ von den Box Tops werden die Jungs von der Technik den Sound landender Jets kaum einspielen können. Der gehört aber zwingend dazu.

Rowbottom Square - Single-Cover 1967Am Ende bleiben ‚Rowbottom Square’ von Barry Mason und ‚Sweet soul music’ von Arthur Conley. Die werde ich also ‚performen’ (schwachsinniges, überflüssiges Modewort), einen Thekensong und eine Soulhymne, was Weißes und was Schwarzes. Für jeden was.

Ich übe. Ich übe, bis mir ‚Rowbottom Square’ zu den Ohren rausquillt. Mir kommen dabei leichte Bedenken, ob dieser Wumtata-Gassenhauer nicht etwas zu banal ist. Möglicherweise ist doch Niveau gefragt. Wir befinden uns schließlich in Kappeln, der kulturbewussten Perle am Ufer der romantischen Schlei.
Von Take zu Take finde ich den Song schlechter.

Ich singe ihn dann auf Band, sogar im Overdub von einer Spur auf die andere, wobei die Qualität langsam aber sicher verwäscht und ein unerträglich mistiges Rauschen die Oberhand gewinnt. Jetzt ist Barry Mason fast verschwunden, aber meine Ersatzstimme klingt in dem Tonmüll wahrlich nicht besser. Naja, die Band bietet mir sicher ein akzeptables Playback, denn musikalisch müsste ‚Rowbottom Square’ simple Ware sein, Hossa-Level sozusagen. Also gut, jetzt hab ich den Song drauf. Es bleibt dabei.

Sweet Soul Music - Single-Cover 1967Die Auswahl von ‚Sweet soul music’ zeitigt noch kompliziertere Probleme. Wenn ich als weißer Milchreisbubi über die Crème der schwarzen Szene singe, Lou Rawls, Sam & Dave, Wilson Pickett, Otis Redding und James Brown, wird das nicht leicht vermessen wirken? Ist meine Stimme schwarz genug? Ist sie überhaupt schwarz? Wieviele Kippen muss ich rauchen, um auch nur annähernd das soulige Timbre von Arthur Conley zu erreichen? Mein Gott, ich hab die totale Klatsche. Wenn ich mich wenigstens schwarz bewegen könnte wie der Godfather, damals, auf der Bühne des Apollo-Theatres. Und dann die Auswahl passender Klamotten. Ja, Barry Masons Outfit wäre in etwa fittig anzulegen, aber ich kann doch nicht im Hemd und Sakko von Otto Normalverbraucher den schwitzenden Black Man aus Harlem geben. Da brauch ich doch mindestens den Purpurmantel von James Brown. Verdammt, die Sache ist verfahren. Möglicherweise habe ich mich übernommen … Ich habe eine leise Vorahnung, dass meine angestrebte Karriere gleich nach dem Start im Sande der nahen Ostsee verlaufen könnte.

Am Nachmittag des Contests startet die Generalprobe. Gerade mal ein Versuch pro Song ist gestattet. Wo Brian Wilson doch verzweifelte Monate an ‚Good vibrations’ gefeilt hat. Soll ich hier genialer sein als der Surf-Gott? Wenigstens ist die Band nicht schlecht, für diesen Breitengrad sogar optimal, wie ich finde. An der wirds nicht liegen, wenn hier jemand abstürzt. Aber es wird einer von den anderen Delinquenten sein. Ich doch nicht.

Ich bringe meinen Vortrag leidlich hinter mich. Den richtigen Groove habe ich wohl noch nicht, aber das wundert mich nur am Rande. Ist ja auch noch keine Audience da. Ihr werdet schon sehen … nachher, wenn die Massen sich dort unten drängeln. Sie werden ein unvergessliches Highlight erleben …
Sie erleben es.

Naja, nicht bei meinem Auftritt. Dieser Elvis-Verschnitt, der mir schon heute Nachmittag unangenehm aufgefallen ist, weil er einfach unverschämt gut ist mit seiner Fender vorm Sixpack, das sich deutlich unter seinem american Cotton abzeichnet. Er schwingt sie wie der King persönlich, beherrscht die Pelvis-Rotation und die drohende Miene, die du brauchst, wenn du singst …

Blue Suede Shoes - Single-Cover (1977)‚Well it’s a-one for the money,
two for the show,
three to get ready, now go, cat, go.
But don’t you step on
my blue suede shoes!
You can do anything but
lay off of my blue suede shoes!’*

Es ist dieser böse Blick, und er hat ihn. Er hat ihn wirklich. Der Typ muss auf Zehnerkarte nach Graceland gepilgert sein, am Altar des Rock and Roll geschnuppert, das Flair des Cell Block Number Nine inhaliert und den Ritterschlag von Sam Phillips persönlich erhalten haben. Guck dir diesen hängenden Mundwinkel an, das schimmernde Gel, das ein grober Kamm in die Matte gefurcht hat. Alles original, Mann. Wie könntest du mit deinem geraden Scheitel gegen dieses goldene Kalb bestehen? Wie erbärmlich war dein eigener Auftritt. Du hast zwei gleiche Strophen bei ‚Sweet soul music’ gesungen, die Lyrics von ‚Rowbottom Square’ sowieso versaut und die Band schon beim ersten Ton mit leichter Einsatzverzögerung verunsichert. Ey, du warst grotten-schlecht. Versager! Von wegen Leistungsexplosion vor Publikum. Das war unterste Etage, Rock Bottom. Du bist der New Kid under the Block.

Aber wir haben ja alle mal im Keller gewohnt … Warum also mit dem Schicksal hadern, weil es dir die Chance auf den ultimativen Durchbruch versagt.

Ich verkrafte den Sturz vom Sockel, als sie mir einen Heiermann in die schweißige Pranke drücken. Ich bin Fünfter geworden. Dem Mitleid einer Handvoll getreuer Supporter aus der Schule sei ewiger Dank gezollt. Ohne euch, Jungs, vielleicht auch Girls, wäre ich im Erdboden versunken, nur noch widerstrebend über die Schwelle der Klaus-Harms-Schule gekrochen und hätte die Bühne in Zukunft ehrfürchtig gemieden. Aber mit so einem lächerlichen kleinen Lappen in der Hand strahlst du dann doch wie Fleisch gewordene Aurora Borealis …

Words - Single-Cover 1968P.S.
Second Chance auch versiebt.

Ein ähnliches Desaster folgt später auf einer Schulveranstaltung im Strandhotel. An der Band liegt es wiederum nicht, als ich mit Jörg – ob er das noch weiß? – zusammen ‚Words’ von den Bee Gees ziemlich grenzwertig – nein, ‚suboptimal’ heißt das ja jetzt – vortrage. Textlich ist diesmal nichts einzuwenden, doch unser lieber Musiklehrer meint hinterher im Vorübergehen: „Halber Ton zu tief, Freunde.“ Aber hat Köhl wirklich Ahnung? Der progressivste Titel, den er im Unterricht je aus dem Hut zaubert, ist Caterina Valente mit ‚Ganz Paris träumt von der Liebe’ …

Die von Youtube eingeblendeten Nachrichten und Werbebanner lassen sich wegklicken.

Barry Mason – Rowbottom Square

Arthur Conley – Sweet Soul Music

The Bee Gees – Words

Elvis Presley – Blue Suede Shoes

Sep 14 2017

Kappuzzle® 488 – Lindaunis

Das nächste Foto hat Holger Petersen 2015 an der Schlei gemacht. Welches Motiv hatte es ihm angetan?

Brücke Lindaunis

Kappuzzle® 488 - Lindaunis - Foto: Holger Petersen (18.09.2015)

Die Klappbrücke von Lindaunis wurde erraten von Runa Borkenstein, Heino Küster, Michaela Fiering, Angelika Rossen-Bürger und Wolfgang Jensen.

Holger Petersen schreibt dazu:

Am 18. September 2015 habe ich eine nette Serie bei Lindaunis geschossen, nachdem ich endlich den perfekten Standort für Brückenfotos gefunden habe (ich glaube, die Landzunge wird „Großes Nis“ oder so ähnlich genannt).

Die alte Klappbrücke liegt mir besonders am Herzen, seit ich weiß, dass sie in wenigen Jahren ebenfalls durch einen Neubau ersetzt werden soll. Ich bin einige Jahre lang häufig mit dem Zug von und nach Süderbrarup gefahren, da hat mich bei Überqueren dieser Brücke immer ein eigenartiges Heimatgefühl überfallen…

Lindaunis - Foto: Holger Petersen (18.09.2015)Lindaunis - Foto: Holger Petersen (18.09.2015)

Lindaunis - Foto: Holger Petersen (18.09.2015)Lindaunis - Foto: Holger Petersen (18.09.2015)

Sep 13 2017

Die Pappeln von Kappeln

Vor 60 Jahren

Hamburger Abendblatt vom 10. August 1957

HA 10.08.1957

 

Die Pappeln von Kappeln

FRITZ VON WOEDTKE erzählt aus der großen und der kleinen Welt

Kappeln ist ein unscheinbares Städtchen an der Schlei, und wenn Sie mich fragen, was ich da suchte, so antworte ich: die Pappeln. Nicht etwa, daß die Pappeln von Kappeln berühmt wären wie etwa der Dom in Köln – nein: um des Reimes willen suchte ich sie. Die Pappeln von Kappeln, das geht einem so glatt ein. Vielleicht steckt dahinter sogar ein geheimer Sinn? Mal sehen.

Das Hafenstädtchen liegt an einer Einbuchtung der Ostsee in der Landschaft Angeln. Und hier beginnt das Sensationelle. Denn aus Angeln zogen die Angeln, nachdem sie sich mit einigen reiselustigen Sachsen verabredet hatten; sie verschmolzen mit diesen zu Angelsachsen und eroberten England. Also stammen die Engländer eigentlich aus Schleswig-Holstein, und sind eigentlich Deutsche? Es geschah jedenfalls im Jahre 449, da sich die Angeln aus der Bucht von Kappeln einschifften.

Es ist natürlich riskant, in der Historie herumzustolzieren wie der Storch im Obstsalat. Irgendwas stimmt immer nicht, und irgendein Professor weiß es besser; schließlich aber war ja kein gelehrtes Haus dabei, als England vor 1500 Jahren von den Angeln neu besiedelt wurde.

Über eine Brücke näherte ich mich dem Städtchen, das eine schöne Kulisse bietet mit Kirchturm, Windmühle und schiefen Gäßlein und sah ein deutsches Städtebild, ganz ohne Reklameschilder und ohne Trauben von ermüdet-wißbegierigen Touristen. Genau genommen blieb ich nur ein Stündchen in Kappeln. So was ist modern. In einer Zeit, da man Paris in drei Tagen erlebt und ganz Italien einschließlich Pompeji und blauer Grotte in einer Woche „macht“, darf für dies Stadtgebilde ein Dämmerstündchen genügen.

Ich wäre nie auf Kappeln gekommen, wenn mir nicht in Bonn ein ausländischer Diplomat gesagt hätte, bei der „Kieler Woche“ im vorigen Jahr hätte man auf Staatskosten einen Abstecher dorthin gemacht, um eine von Europas größten Kondensmilch-Fabriken zu besuchen. Trotzdem zögerte ich. Denn ich suchte ja eigentlich nur die Pappeln von Kappeln.

Da lag die Fabrik vor mir: Segen der Stadt, die bei Kriegsende mit Flüchtlingen überfüllt war, und die nun zu täglich Brot und Eigenheim kamen. Sollte ich mir den Fabrikationsvorgang umständlich erklären lassen? Ich kann mir so gut vorstellen, wie die sahnige Milch in die Dosen fließt, vollautomatisch von braven Kühen gemolken, eingedickt, gegossen, verlötet am laufenden Band. Ach, wissen Sie, so geht es einem ja immer bei Reisen heutzutage: man weiß so vieles im voraus! In Italien dürfen Sie mit Recht den blau-blau-blauen Himmel erwarten, in Paris, daß die Mädchen einschließlich der ältesten Jahrgänge zwar teuer, aber charmant sind; in Österreich pochen Sie auf die werbekräftige pauschale Gemütlichkeit und in Spanien sind Stierkämpfe inklusive.

Wir kennen eigentlich schon die ganze Welt, aus Werbung, Wochenschau und Fernsehen. Wir wissen: im Ruhrgebiet gibt’s Schornsteine, und Rothenburg ist hochromantisch. Alles trägt ein Etikett. Doch in einer Landschaft zu suchen, was eigentlich nicht in ihr ist – das kann im Zeitalter des Über-Reisens etwas Neues an sich haben.

Hinzu kommt, daß Pappeln, wie mir scheint, besonders aparte Bäume sind. Sie wachsen schnell, sind preiswert und machen in Alleen einen fürstlichen Eindruck; sie sind sozusagen die Hofdamen unter den Bäumen. Wahrscheinlich bin ich auch darin anfechtbar, wenn ich sage, daß wir in Deutschland dem – wie alle Diktatoren – unangenehmen Napoleon viele Pappeln verdanken. Denn auf seinen Kriegszügen ließ er nicht nur unsere besten Bundesstraßen anlegen, sondern bepflanzte sie zur Markierung auch mit Pappeln.

Napoleon kam nicht bis Kappeln, aber da … mein trunkenes Auge gewahrt sie: zwei kleine Pappelkinder, mit der Pappelmutter am Ufer, gar nicht mal dekorativ und nur so zufällig. Ich war zutiefst befriedigt. Nun konnte ich die offiziellen Sehenswürdigkeiten absolvieren. Die alte Pfarrkirche mit Inschrift und Gruft der Familie Rumohr. Nun werde ich aber nicht den Scherz machen, daß es in der alten Gruft rumorte, das wäre zu gewöhnlich und sehr billig. Wenden wir uns lieber dem kleinen Markt zu, das ist wirklich ein winziges blitzblankes Märktlein, und der Liliputhafen mit seinen Fischkuttern ist ebenfalls ein Spielzeug. Von diesen Miniaturstädtchen träumt man draußen, wenn man von Deutschland träumt, nicht aber von den einfallslosen Betonbauten unserer neuen Gründerzeit.

In Kappeln ist „rein gar nichts los“, und eben gerade dies ist das eigentlich Sehenswerte. Man muß nur dahinterkommen. Die Hamburger Schauspieler beispielsweise scheinen sich verabredet zu haben, ihre Ferien in San Angelo auf der Insel Ischia zu verbringen, im Mittelmeer. Flanke an Flanke liegen sie nun da nebeneinander, erzählen sich Theaterwitze, und suchten eigentlich die Einsamkeit. Oder auf Palma de Mallorca tummeln sich viele von jenen, die frohlockend manches von der Steuer absetzen konnten. Die „Costa Brava“ gar in Spanien ist hamburgische Domäne. Fahren Sie nach Ascona im Tessin, so treffen Sie Leute, die Sie sonst nur vom Wegsehen kennen, wenn Sie über den Jungfernstieg hasten. Wer aber frage ich, ist in Kappeln?

Erstens die Kappelaner. Und dann nur wenige Pappeln. Sowie eine Kuhmilch- und Gewinnbeteiligung ausstoßende Fabrik. Und ein verwunschenes altes deutsches Städtebild. Ein Ort für Don Quichotte, der heutzutage ja gar nicht mehr gegen Windmühlen, sondern gegen die geräuschvolle Motorisierung ankämpfen würde, vergeblich natürlich.

Ade, liebes Kappeln, lebe weiter freundlich dahin.

Sep 11 2017

Kappuzzle® 487 – Herr Steinmetz

Ein Foto, das einige von euch kennen (könnten).

Welche Person ist auf dem Bild zu sehen und was macht sie?

Kappuzzle® 487

Das Foto zeigt Friedhelm Steinmetz – damals noch Studienassessor – auf der Klassenfahrt der Untersekunda der Klaus-Harms-Schule ins Weserbergland vom 3. bis 12. Juli 1967.

Im Rotstift wiederentdeckt wurde er nur von Runa Borkenstein.

Was das für ein Schwein ist, auf dem er da reitet, weiß ich nicht, und der nachfolgende Reisebericht enthält leider auch keinen konkreten Hinweis.

Vor 50 Jahren

 

Die letzte Nacht unserer Klassenfahrt bricht an.

(aus dem ROTSTIFT Nr. 16 vom Dezember 1967)

ROTSTIFT Nr. 16 (Dezember 1967)»Am 11. Juli, dem vorletzten Tag der Klassenfahrt, bemerkte man schon, daß die Müdigkeit der Jungen zunahm. Einig Jungen standen fünf Minuten vor dem Kaffeetrinken auf, um sich nach dem Waschen noch einmal hinzulegen. Ob es auch so ähnlich bei den Mädchen war? Diese Frage konnten die Jungen schlecht beantworten, da man entweder gar nicht oder nur sehr selten Zugang zu ihren Gemächern hatte. Alle Müdigkeit verflog aber beim Essen, zu dem es an diesem Morgen sogar eine Suppe gab. Dieses Ereignis wurde von uns mit allgemeinem Wohlwollen aufgenommen, da wir in der letzten Zeit nicht sehr verwöhnt worden waren. Gleichzeitig wurde dem Max-Planck-Institut ein Lob für die ausgewogenen und genießbaren Mahlzeiten ausgesprochen.

Nach dem Essen durfte sich wieder der Küchendienst auszeichnen! Nachdem die Arbeit freudig vollbracht war, brachen wir bei strahlendem Sonnenschein zu einer Tagesfahrt mit dem Bus auf. Mit Butterbrot, Badezeug und guter Laune ging es zum ersten Ziel nach Bodenwerder. Dort wurde das Stammhaus der Münchhausen gesucht, in dem auch der Fabelerzähler oder, wie er oft genannt wird, der Lügenbaron, gelebt hat. In dem Ausstellungszimmer waren noch viele Möbel und Jagdausrüstungen vorhanden. KHS - UII - Klassenfahrt 1967So versuchte sich auch Lothar an einem Vorderladergewehr, das ihm gut gefiel. Der Führer war jedoch der Meinung, daß es an Ort und Stelle bleiben müsse. Danach gingen wir noch eine paar Schritte weiter zur „Grotte“, einem Haus, in dem Münchhausen seine Geschichten erzählt haben soll. Das Haus war leider verschlossen, was aber auch den Vorteil hatte, daß das Eintrittsgeld gespart werden konnte. Nach der Besichtigung wurde eine Rast gemacht, die von vielen bei dem heißen Wetter mit einem Gaststättenbesuch genutzt wurde.

Bei der Abfahrt wurde nach der Kinderzählung bemerkt, daß die runde 31 nicht eingehalten wurde. Einer fehlte! Das Rätselraten dauerte aber nicht lange, da Hansi bald mlt einer Flasche Wein im Arm erschien. Diese Tatsache rief allgemeines Gelächter und Erstaunen hervor, da Hansis antialkoholische Haltung bekannt ist. In Anbetracht dieser Tatsache, daß die Fuhre wieder vollzählig war, ging es mit vollen Segeln oder, um einen angemessenen Ausdruck zu wählen, mit 40 km/h nach Bad Pyrmont. Dort wurden uns zwei Stunden Freizeit gegeben, um den Kurort zu besichtigen. Vorher erhielten wir jeder noch eine DM Zehrgeld, die vielen sehr willkommen war. KHS - UII - Klassenfahrt 1967Trotz der Aufbesserung der Finanzen nahm fast niemand wahr, den Kurpark zu besichtigen, da der Eintritt viele zum völligen Bankrott verurteilt hätte. So schlenderte man ganz gemütlich durch die Stadt, bis wir uns zur verabredeten Zeit am Bus trafen. Als die Fahrt weiterging, überfiel manchen die Müdigkeit. So machte man es sich gemütlich, oft zu gemütlich, so daß die Reiseführung eingreifen mußte.

Bald erreichten wir die Externsteine, die wir zweimal besteigen durften. Besonders der schöne Anblick und die ausgetretenen Stufen waren sehenswert. Eine Besichtigung des „Hermanns“ wurde nicht vorgenommen, da wir zu wenig Zeit hatten und am Abend noch ein Abschied stattfinden sollte. Die Feier, die von einigen Schülern selbst arrangiert worden war, verschob sich etwas durch die kontaktfreudigen Jungen, die erst eine neuangekommene Mädchenklasse begrüßen mußten. Am Abend schließlich wurden allerlei Spiele getrieben, wovon besonders eins, bei dem einer den anderen zum Lachen bringen mußte, sehr amüsant wurde. Ein besonders guter Spaßmacher war Herr Steinmetz, der durch eine Hühneraugennummer die ganze Runde zum Lachen brachte. Anschließend wurde noch bis halb zehn zu Gitarrenmusik unserer eigenen Musiker, denen wir auf der Fahrt einen ganzen Teil unserer guten Stimmung verdankten, getanzt. So brach also schon die letzte Nacht unserer Klassenfahrt an, die noch einmal einen Höhepunkt erleben sollte.

Volkert Petersen«

Sep 11 2017

Kurgast erschossen

Vor 50 Jahren

Hamburger Abendblatt vom 6. Juli 1967

HA 06.07.1967Kurgast erschossen

Opfer eines ungewöhnlichen Unglücksfalles wurde gestern nachmittag am Strand von Kappeln (Kreis Schleswig) ein Kurgast aus Hamburg. Eine verirrte Gewehrkugel traf ihn so unglücklich in die Brust, daß er kurz nach Einlieferung ins Krankenhaus starb.

Bei dem Toten handelt es sich um den 64jährigen pensionierten Polizei-Obermeister Hans P. aus Barmbek. Nach den bisherigen Ermittlungen der Schleswiger Polizei hatte ein Einwohner aus Kappeln am Ufer der Schlei nach Spatzen geschossen und dabei den am Strand liegenden Kurgast getroffen.

Sep 07 2017

Bilderrätsel Nr. 429 – Café Grünlund

Nach den Sommerferien ein erstes neues Bilderrätsel.

Auch dieses Motiv wurde von Maren Sievers entdeckt, und zwar in Schwansen – zwischen Schlei und Zweinulldrei.

Wo sind wir?

Bilderrätsel Nr. 429

Die Skulpturen findet man im Café Grünlund in Holzdorf.

Richtig getippt haben Runa Borkenstein, Wolfgang Jensen, Sabine Brunckhorst-Klein und Katr!n Wummel.

Hans-Werner Panthel schreibt:

In der aktuellen Ausgabe Nr. 24 der Zeitschrift [Mohltied!] wird u.a. auch über das Café Grünlund als Rückblick zur Erstausgabe berichtet.

Außerdem wird wieder mal über Fiete Föh geschrieben, neben einem Beitrag über neue Gastronomie an der Schlei.

aus: Mohltied Nr. 24

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